Japan 2019, 10. und letzter Tag

Letzter Tag, letztes Training in Japan 2019. Das mit dem perfekten Timing hat sich bewahrheitet. Heute war Sokes letztes Training in diesem Jahr. Er hat seit ein paar Tagen etwas Kniebeschwerden und eine Erkältung macht ihm wohl auch etwas zu schaffen. Beides kein Wunder mit nun 88 Jahren. Da hat er sich die Pause mehr als verdient. Er wunderbarer Mensch, der unvergleichbar viel Freundschaft und Gemeinschaft in die Welt gebracht hat. Unabhängig von Nation, Religion, Hautfarbe oder Politik. Durch ihn habe ich allein dieses Mal mit Menschen aus Deutschland, USA, Russland, Rumänien, Österreich, England, Australien, Litauen, Irland, Spanien und natürlich Japan trainiert. Unglaublich. Wo kann man so etwas erleben?
Ich habe es heute Früh ruhig angegangen und bin 11:00 Uhr entspannt bei Sonnenschein zum Training von Soke geradelt. Mit Oliver (dem 3. Oliver auf dieser Reise) aus Deutschland hatte ich ein schönes Training, bei welchem Soke wieder wie gewohnt zum Muto Dori kam. Dem absichtslosen (und dadurch weil schwer erkennbar, schwer zu verteidigendem) arbeiten gegen einen Angriff. Muto Dori bedeutet dabei nur bedingt das unbewaffnete Kämpfen gegen eine Waffe, sondern vielmehr das Kämpfen ohne Absicht gegen eine Absicht. Vielleicht etwas schwer zu verstehen, aber wie so oft, lässt es sich besser spüren, als erklären. Wer meine Erfahrungen diesbezüglich teilen möchte, ist herzlich zum Training in unserem Dojo eingeladen oder herzlich eingeladen, mich zu einem Training einzuladen… 😅
Getroffen habe ich auch Marcel aus Zwickau, der beruflich kurz in Tokyo zu tun hat und mal schnell vorbeikam zum trainieren… 😄 Diese Sachsen überall… man traut sich kaum eine Büchse Fisch aufzumachen… 😂😂😂
Nach einer doch recht wehmütigen Verabschiedung vom Honbu Dojo und einigen Buyu, wollte ich noch einmal im 100¥ Sushi zuschlagen. Da waren aber so viele Leute, dass ich wieder zu meinen Omis gegangen bin (heute sogar mit 2 kochenden Omis). Immer eine gute Wahl.
Danach habe ich noch die letzten Besorgungen gemacht. An der Kasse vom Supermarkt dachte ich erst, dass der Mann vor mir nen Beutel Streusalz kauft, aber es war tatsächlich ein Beutelchen Reis! Fast könnte man denken, dass es hier nix anderes gibt… 😜
Ich hab bis zum späten Nachmittag ausgeruht und bin dann zur Nodashi Station gelaufen, wo mich Furuta Sensei zum Training abgeholt hat. Dort habe ich wieder mit Kento San aus Japan trainiert. (waren ja auch nur Japaner anwesend) Kento ist echt super nett und hat ein starkes Tai Jutsu. Da macht das Training Spaß und ist effektiv. Furuta Sensei hat diesmal in der Kihon (Basistechniken) gearbeitet und ich konnte viele neue Aspekte lernen.
Zum Abschied überreichte er mir noch ein Geschenk, was jetzt allerdings meinen Koffer-Pack-Plan etwas durcheinander bringt… 😅🙈
Na mal schauen…
Ich kann nur äußerst dankbar allen sein, die die Reise mal wieder möglich gemacht und gestaltet haben. Meiner Familie, meinen Schülern, den Lehrern, den Trainingspartnern, meinen Gastgebern Tomoe und Paul und natürlich Soke Masaaki Hatsumi. Es ist Freude und Ehre Teil des Bujinkan zu sein. Privileg und Verantwortung.
Ich habe in den letzten Tagen oft darüber nachgedacht, dass alles so vergänglich ist. Kraft, Schönheit, Schnelligkeit, Macht und Menschen. Und trotzdem tun wir so, als müssten wir mit Gewalt Dinge und Meinungen beschützen, die wir nur geliehen haben und nicht wirklich dauerhaft besitzen. Und statt zu geben, Freude zu schenken und Dankbarkeit zu zeigen, tun wir das Gegenteil, obwohl dies unser Unglück und unsere Unzufriedenheit nur schürt.
Immer gelingt mir das sicher nicht, aber ich versuche da anders zu sein oder mich zumindest jeden Tag daran zu erinnern und ein etwas besserer Mensch zu sein, als der, der ich gestern war.
So! Morgen Früh heißt es zeitig aufstehen und dann geht es zurück nach Hause. Ich freue mich unglaublich auf meine Kinder, meine Frau, meine Eltern, den Hund, die Kater, meine Stadt… mein Zuhause.
Vielen Dank für das Lesen des Blogs. Ich hoffe Ihr hattet etwas Spaß. Für offene Fragen und Gedanken wendet Euch gerne an mich.
Sayonara

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