Japan 2018, Tag 7

Jörg mein kleines Dornröschen hat noch geschlafen, als ich mich zum 10:00 Uhr Training bei Furuta Sensei aufgemacht habe.

Bevor das Training losging, hat dieser uns gezeigt, wie man traditionell und sicher ein Schwert begutachtet. Später verriet er mir auch, dass Hatsumi Sensei beim Kauf von alten Schwertern weniger auf die Klinge achtet (was die meisten machen), als vielmehr auf die Schönheit und Verarbeitung des Griffes oder der Tsuba etc.

Im Training ging es darum, wie man die Hand des Uke, beim Griff am Revers, mit der eigenen Hand und den Fingern kontrolliert. Außerdem hat er verdeutlicht, dass der Kumi Uchi Griff des Uke, diesen kontrollierbar macht und sich daraus Kukan (Raum) in alle sich bietenden Richtungen um den Uke eröffnet, den es dann zu nutzen gilt. Anschließend ging es darum die Schulter und die Wirbelsäule zu nutzen, um einen Angriff mit Schlag oder Greifen zu parieren.

Am Ende wurde noch kurz auf Ken Jutsu eingegangen und wir haben zum Teil Techniken von letzten Training bei Soke wiederholt. Vielen Dank an meine beiden Trainingspartner Nicole aus Deutschland und Mauro aus Brasilien. Cooles Training mit Euch! 👍🏻🙇🏼‍♂️🙇🏼‍♂️

Angekommen im Kasumi An habe ich dann Dornröschen wieder getroffen. Schon wach, so dass ich ihn nicht wach küssen musste… 🤢😜 Wir sind dann zu „Meine Omis“ essen gegangen. Das ist ja ein Selbstbedienungsladen und jedesmal, wenn ich am Ende der Theke bin merke ich, dass ich viel zu viel auf mein Tablett geschlichtet habe. Es wird aber auch immer alle, weil sooo gut schmeckt! Da heute wieder strahlender Sonnenschein in Noda war, haben wir uns dann noch irgendwo in der Sonne einen Becher Kaffee gegönnt und dann im Kasumi An entspannt, bis wir zum Training bei Shiraishi Sensei nach Kashiwa aufbrachen.

An der Kita Kashiwa Station haben wir uns mit Shiraishi Senseis Schüler Joshua getroffen und sind dann zusammen zum Dojo gelaufen. Das Training findet dort in einer Halle mit 2 Judo-Kampfflächen statt. Auf einer unser Training und auf der anderen ein Aikido Training. Die Blicke der Aikidoka sind zwar immer etwas distanziert und abweisend, aber in Japan klappt das immerhin, dass (wie damals bei Sokes Training in Ayase) zwei unterschiedliche Kampfkünste nebeneinander trainieren können. In Deutschland könnte ich mir das nicht so einfach vorstellen.

Shiraishi Sensei sagte das gutes Ukemi die Grundlage bildet, angstfrei und entspannt zu trainieren, was die Voraussetzung ist überhaupt erfolgreich beim lernen zu sein. Im Training ging es natürlich darum, erst die Balance zu nehmen und danach Techniken jeglicher Form anzuwenden. Ich denke, dass dies alle Shihane hier in Japan machen, aber Shiraishi einer der wenigen ist, die das auch unterrichten. Der Weg ist da quasi das Ziel. Und der Weg ZUM Ziel. Leider verstehen dass nicht so viele Leute. Es wird oft nur der Schlag oder die Technik erkannt, welche nur ein Produkt der Kontrolle ist, die man versucht zu erlangen und dann wird die Priorität auf die falschen Sachen gelegt. Wenn die Technik dann nicht klappt wie erwünscht, wird mehr Kraft oder Schnelligkeit eingesetzt, was eher kontraproduktiv ist…

Naja… Mit Josh sind wir dann noch in eine ganz geheime Geheimbar gegangen, um dort suuuper lecker zu essen und zu trinken, bis wir uns dann später an der Kashiwa Station verabschiedeten.

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